Wurzelkanalbehandlung

Endodontie / Wurzelkanalbehandlung

Die Endodontie ist derjenige Zweig der konservierenden Zahnheilkunde, der sich mit Form, Funktion, Gesundheit, Prävention und Behandlung der Erkrankungen der Pulpa (Zahnnerv) und periapikalen Gewebes (Gewebe um den Zahn) beschäftigt.
Der Erhalt Ihrer natürlichen Zähne steht für uns an erster Stelle. Unser Ansatz der präventiven Zahnmedizin sieht sämtliche Therapiemaßnahmen vor, die den Verlust Ihrer natürlichen Zähne verhindern und zur Wiederherstellung Ihrer Zahngesundheit beitragen.
Eine Wurzelbehandlung ist Teil einer solchen Therapiemaßnahme und soll dem Verlust Ihres Zahn oder Ihrer Zähne vorbeugen.

Wann und warum ist eine Wurzelkanalbehandlung notwendig?

Im wesentlichen ist der Ausgangszustand des Zahnnerves für die Dauer einer Wurzelkanalbehandlung von entscheidender Bedeutung. Bei einem noch vitalen Zahnnerv ist die Wurzelkanalbehandlung in einem Termin möglich, anders bei einem schon abgestorbenen Nerv. Aufgrund der bakteriellen Besiedlung des Kanalsystems werden mehrere Behandlungssitzung benötigt um eine adäquate Reinigung und Desinfektion des Wurzelkanals zu gewährleisten. Bei der endodontischen Behandlung ist es das Ziel, das weitere Vordringen einer Entzündung der Pulpa in den periapikalen Bereich (Bereich um die Wurzelspitze) zu verhindern bzw. eine bereits vorhandene Entzündung dieses Bereiches zur Heilung zu bringen. Bei der Wurzelkanalbehandlung werden eine vollständige Entfernung infizierten Gewebes, das Erreichen einer gewissen Keimfreiheit in den Kanälen sowie eine Formgebung der Wurzelkanäle als Grundlage zur Schaffung eines dichten und wandständigen Verschlusses angestrebt. Die Desinfektion der Wurzelkanäle erfolgt mit unterschiedlichen Spülmitteln (v.a. Natriumhypochlorid, Chlorhexidin und EDTA Lösung). Neben der chemischen Eliminierung der Bakterien ist eine mechanische Bearbeitung der Wurzelkanäle nötig. Dies erfolgt mit dünnen Instrumenten, die in der Regel aus Stahl bzw. aus Nickel-Titan bestehen. Nach erfolgter Desinfektion und Aufbereitung des Wurzelkanals wird dieser mittels medikamentösen Zwischeneinlagen bzw. mit einer definitiven Füllung, die aus Guttapercha (Kautschuk) besteht versorgt.Die Wurzelkanalbehandlung ist im Bereich der Zahnerhaltung eine sehr oft durchgeführte und für den Erhalt des Zahnes eine seit Jahrzehnten bewährte Behandlungsmethode.

Trotzdem sollte es das oberste Ziel sein, die Vitalität der Zähne zu erhalten bzw. so wenige Wurzelkanalbehandlungen wie möglich durchzuführen. Ist der Zahnnerv (Pulpa) allerdings stark entzündet oder bereits abgestorben, kann der Zahn nur noch durch eine Wurzelbehandlung gerettet werden. Die Entzündung äußert sich in der Regel in starken Schmerzen, die sich v.a. gegen Abend verstärken und eventuell das Schlafen unmöglich machen. Manchmal verläuft sie für den Patienten auch völlig unbemerkt und wird erst beim Kältetest an den Zähnen oder auf dem Röntgenbild bemerkt. Mitunter kann es vorkommen, dass eine alte Wurzelfüllung erneuert werden muss (Revision). Die Gründe für die Entstehung von Zahnnerverkrankungen sind vielfältig und reichen von iatrogenen Ursachen, wie z. B. Kariesentfernung, über nichtiatrogene mechanische Reize, wie Schläge mit daraus resultierenden Kronenfrakturen, bis hin zu Folgen absteigender Zahnfleischerkrankungen, die den Zahnnerv an der Wurzelspitze schädigen. Zwar sind auch einige andere Ursachen denkbar, am häufigsten jedoch ist die Ursache in der toxischen Wirkung einer kariösen Läsion zu sehen, speziell bei sehr tiefen Defekten, wobei es durch Bakterienbesiedlung mit Freiwerden von „Bakteriengiften“ zum Absterben des Zahnnerves (Pulpanekrose) kommt. Insgesamt ist Karies als Hauptursache für die Entstehung einer Pulpanekrose anzusehen. Eine Wurzelkanalbehandlung gestaltet sich vergleichsweise schwierig und zeitaufwendig. Abhängig von der Zahl der zu behandelnden Wurzelkanäle, deren Größe und vom Grad der Kanalbiegung, verlängert sich die Behandlungsdauer.

Risiken und Chancen

Der Verlust der natürlichen Zähne ist endgültig. Die Wurzelkanalbehandlung ist die letzte Behandlungstherapie um Ihren Zahn oder Ihre Zähne zu erhalten. Eine Erfolgsgarantie für diese Behandlung gibt es nicht. Neben Wiederinfektion des Wurzelkanals sind Instrumentenfrakturen, Wurzellängsfrakturen, Via falsa und ein zu kurzes oder zu langes Abfüllen des Wurzelkanals als Komplikationen zu nennen. Die Erfolgschancen können jedoch durch gezielte Maßnahmen und Einsatz moderner Techniken deutlich verbessert werden.

  • 3D-Aufbereitung Ihrer Wurzelkanäle

    Mittels äußerst flexibler Reciproc-Feilen (Nickel-Titan Feilen) verbessern wir die Säuberung der Kanäle.

  • Elektrometische Längenbestimmung der Wurzelkanäle

    Ermöglicht ergänzend zum Röntgenbild die Ermittlung der exakten Länge jedes Wurzelkanals. Dadurch werden Verletzungen des periapikalen Gewebes effektiver vermieden.

  • Wurzelfüllung

    Um die Wurzelkanäle gegen erneute Infektion besser schützen zu können, werden diese mit einer thermoplastischen Wurzelfülltechnik optimal abgedichtet, auch kleinste Seitenkanäle.

Nach der Wurzelkanalbehandlung

Nach erfolgter Wurzelkanalbandlung wird der Zahn zunächst mit einer speicheldichten Füllung (in der Regel aus Kunststoff) versorgt um eine Neuinfektion des Wurzelkanalsystems zu verhindern. Nach einer Wartezeit von rund 6 Monaten wird ein Kontrollröntgenbild des behandelten Zahnes angefertigt um eine eventuelle Entzündung des periapikalen Gewebes auszuschließen.
Ein wurzelkanalbehandelter Zahn weist eine höhere Frakturgefahr auf als ein vitaler Zahn. Dementsprechend ist es v.a. im Seitenzahnbereich unerlässlich den betroffenen Zahn zu überkronen, um dieses Risiko zu minimieren.

Alternativen zur Wurzelkanalbehandlung

Eine notwendige Wurzelkanalbehandlung duldet keinen Aufschub. Meist sind der betreffende Zahn oder die betreffenden Zähne nur durch eine zeitnahe Behandlung noch zu retten. Bitte beachten Sie, dass sich die Entzündung bei nicht erfolgter Behandlung des Zahns oder der Zähne auf den Kieferknochen ausweitet und zu stärkeren Schmerzen, Schwellungen und Eiterbildung (Abszess) führt, was oft eine Extraktion des betroffenen Zahn zur Folge hat.

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